Biographie

Saddleworth, February 2011

John Lees und Stuart "Woolly" Wolstenholme waren Gründungsmitglieder von Barclay James Harvest, der melodischen Rockband mit klassischen Einflüssen, die in den späten Sechzigern in Oldham entstand. Ihre Beziehung hielt für neun Studioalben und zwei Live-Doppelplatten, die Zeit aus BJHs Geschichte, die die meisten Fans als ihre kreativste und produktivste ansehen, und ihre musikalische Zusammenarbeit umfasste Klassiker wie "Mocking Bird", "Galadriel", "Child Of The Universe", "Poor Man's Moody Blues" und "Hymn". John blieb bei BJH, als Woolly 1979 ausstieg, und es sollte fast zwanzig Jahre dauern, bis die beiden Gitarren- und Keyboard-Legenden wieder zusammen arbeiten würden.

Als im März 1998 bekanntgegeben wurde, dass die Band eine Pause einlegen sollte und dass die Mitglieder der Band Soloprojekte verfolgen würden, war es im Effekt das Ende der originalen Band. Von da an sollten die Mitglieder der Band Solokarrieren verfolgen, obwohl sie Variationen des Barclay James Harvest Namens benutzen würden. John erneuerte seine Freundschaft mit Woolly, und sie begannen unter dem Namen Barclay James Harvest Through The Eyes Of John Lees mit Bassist Craig Fletcher und Drummer Kevin Whitehead zusammen zu arbeiten. Diese besetzung nahm ein Album auf, das zur Hälfte aus neuen Songs bestand, zur anderen Hälfte aus Neuaufnahmen von BJH Klassikern. Unter dem Titel Nexus wurde es im Februar 1999 von Eagle Records veröffentlicht. Eine Tour durch Deutschland und die Schweiz folgte auf dem Fuße und wurde für die Revival - Live 1999 CD aufgenommen, die im März 2000 erschien, wonach es noch weitere Konzerte in Deutschland und Griechenland gab, und auch die ersten Konzerte in England von überhaupt irgendwelchen Mitgliedern der Gruppe seit 1992.

John und Woolly begannen mit der Arbeit an einem zweiten Studioalbum mit dem Arbeitstitel North, aber nach dem plötzlichen Tod seines Managers David Walker fühlte John, dass er zu dem Zeitpunkt nicht in der Lage war, ein Album aufzunehmen, und das Projekt wurde auf Eis gelegt. Woolly wandte sich stattdessen seiner Soloarbeit zu und produzierte zwischen 2003 und 2005 zwei Studioalben und eine Live-CD. Im März 2005 war John wieder bereit, seine musikalische Arbeit wieder aufzunehmen, und eine Bekanntmachung besagte, dass weitere Live- und Studioarbeit mit Wolly geplant war - unter dem neuen Namen John Lees' Barclay James Harvest.

Die erste weitausgreifende GB-Tour von irgendwelchen Mitgliedern von Barclay James Harvest seit 1992 fand Ende 2006 statt und war ein großer Erfolg. Die Londoner Show im Shepherds Bush Empire wurde gefilmt und kam im November 2007 als DVD und CD unter dem Titel Legacy heraus. 2009 war die Band wieder aktiv, es gab Liveshows in den U.S.A., Portugal, Deutschland, der Schweiz, in Holland und Belgien, dazu noch eine GB-Tour, und das ging so weiter bis ins Jahr 2010, wo Songs für ein neues Studioalbum geschrieben wurden und sie auf einem Sommerfestival in Portugal, dem Douro Rock and Blues Festival, spielten. Es sollte Woollys letzter Liveauftritt werden. Ein Rückfall in eine schwere Depression führte dazu, dass er nicht an einer Reihe von Konzerten mit John Lees' Barclay James Harvest im November und Dezember 2010 teilnehmen konnte, und am 13. Dezember wurde er leider bei sich zu Hause tot gefunden.

Nach einiger Überlegung bei einem ausverkauften Tribute-Konzert für Woolly im Buxton Opera House im Februar 2011 gab John Lees bekannt, dass er vorhatte, mit der Gruppe als Quartett weiterzumachen, teils, um das musikalische Legat von Woolly Wolstenholme aufrechtzuerhalten. Später gab die Band eine Serie von Konzerten als Headliner von Festivals in Deutschland, der Schweiz, Frankreich (mit Status Quo) und GB, einschließlich eines Headliner-Spots beim renommierten High Voltage Festival in London. Im Jahr 2012 gab JLBJH die ersten Liveauftritte seit eh und je von jeglicher Form von BJH in Japan, gefolgt von GB Konzerten und einer Tour durch Deutschland Niederlande und die Schweiz im Frühling 2013. Im Oktober 2013 veröffentlichte die Band North, ein Album von brandneuem Material, von Kritikern wie Fans gelobt als das Beste, was seit vielen Jahren von BJH erschienen war. John Lees' Barclay James Harvest erfreuen weiterhin Konzertgänger in GB und Europa und arbeiten zurzeit an einem neuen Studioalbum als Nachfolger zu North.

Die Story geht weiter ...

© Keith & Monika Domone, 2015

Individuelle Biographien

John Lees

1977 1986 1998

Geboren in Oldham am 13. Januar 1947. John hatte keine formale musikalische Erziehung, begann aber mit vierzehn, Gitarre zu spielen. Nach seiner Schulzeit in der Robin Hill Secondary Modern und Breeze Hill Comprehensive begann John sein Studium an der Oldham School Of Art, wo er 1964 Woolly Wolstenholme traf. Sie spielten zusammen in den Sorcerers, und zwar Eddie Cochran-mäßigen Rock and Roll, und in The Blues Keepers, bevor sie 1967 Barclay James Harvest gründeten.

1972 nahm John auch ein Soloalbum auf, A Major Fancy, aber es wurde aufgehalten, als die Band das Plattenlabel wechselte, und kam erst 1977 heraus. Johns musikalische Einflüsse sind mitunter Eric Clapton, Bob Dylan, Joe Walsh und The Eagles. Er liest gern, und sein Lieblingsbuch ist Graham Greenes A Burnt Out Case, dazu Science Fiction-Romane (vor allem die von Ray Bradbury) und Gedichte. Seine Hobbies sind unter anderem Photographie und Amateurfunker.

John arbeitet jetzt in einem Teilzeit-Job als Musik-Techniker für eine Church of England Oberschule in der Nähe von Oldham, wo er einer neuen Generation von Musikern bei ihrer Kursarbeit für Mittlere Reife und Abitur in Musik und Musik-Technologie hilft.

John wohnt in Saddleworth mit seiner Frau Olwen, und sie haben zwei Kinder: Esther Jane (geboren am 28. Juli 1980 und inzwischen verheiratet mit Kind) und John Joseph (der mit seinem Vater zusammen Geburtstag hat und am 13. Januar 1986 geboren wurde).



Craig Fletcher

Craig Fletcher, Friarmere, 2012 Craig Fletcher - voller Witze und Anekdoten - ab und zu auch Musiker. Hervorragender Bassist, vor allem auf dem Fretless. Oh, und singen kann er auch ein bißchen.

Vinny Burns, Gitarrist bei Ultravox, Asia und Ten, erzählt auf seiner eigenen Website The Viper Room, wie er Craig traf:-

"Ich hing oft in einem Musikladen namens 'Rock Island' in Oldham herum (den gibt's schon lange nicht mehr). Da war ein Bassist namens Craig Fletcher, der dort auch hinging. Ich sah ihn oft, und er spielte immer Gigs. Sein Bruder Morgan spielte schon lange in Oldham, und es kamen immer viele Leute zu seinen Gigs. Craig fragte, ob ich mit ihm und Morgan eine Band gründen wollte. Wir übten nicht, sondern stellten bei Morgan eine Liste von Coversongs zusammen und spielten sie mal kurz durch. Er besorgte uns einen Gigs am Montagabend im 'Grotton Hotel' gerade außerhalb Oldhams. Wir spielten den Gigs, und es lief echt gut. Man bot uns jeden Montag an, und von da aus wuchs es bis zu sechs Gigs pro Woche. Ich machte das ein paar Jahre, und es verbesserte mein Spielen und meine Erfahrung mit Auftritten ungemein."

Craig hat mit Vinny über die Jahre hinweg in mehreren Bands gespielt und erschien auf Alben wie Vinnys 1999er Soloalbum The Journey und dem 2003er What If von Burns Blue. Zwischendurch arbeitete er für Tony Auton und seine Band, The Trauma (zusammen mit Drummer Kev Whitehead), für eine Band mit dem tollen Namen Obvious Rubber Sharks und zuletzt wieder mit Kev in Schwing.

Er kennt John Lees von Barclay James Harvest schon sehr lange, und John nahm Craig unter seine Fittiche, als er 1984/1985 in einer Band namens Off The Rails war, indem er sie in seinem Studio aufnehmen ließ und für sie halb als Manager agierte. Leider gingen Off The Rails' Chancen von Ruhm und Reichtum bei ihrem wichtigen Meeting mit BJHs und Status Quos Manager David Walker den Bach hinunter, als der Leadsänger eine dumme Bemerkung über Davids Nase machte. Für Craig war das das Ende der Träume vom großen Plattenvertrag.

Trotz allem lud John ihn 1998 ein, bei Barclay James Harvest Through The Eyes Of John Lees mitzumachen, und Craig schlug Kev Whitehead als Drummer vor. Craig und Original-BJH-Keyboarder Woolly Wolstenholme brachten den Spaß zurück zu BJH, als die Band das Album Nexus aufnahm und die guten Leute in Deutschland nd der Schweiz mit ihren Liveshows zu terrorisieren. Ein Livealbum namens Revival folgte, und als Woolly seine eigene Band Mæstoso für ein neues Studioalbum (One Drop In A Dry World) und gelegentliche Livekonzerte wieder zusammenstellte, war Craig natürlich dabei. Er spielte mit Woolly bis zu dessen tragischem Tod in 2010.

Wenn er keine Musik machte, hatte Craig früher einen normalen Beruf als Verputzer/Gipser, aber in den letzten Jahren hat er als Vollzeit-Musiker gearbeitet, davon die meiste Zeit als festes Gruppenmitglied von John Lees' Barclay James Harvest.



Kevin Whitehead

Kev Whitehead at Metropolis Studios, 2010 "Einige meiner ersten Aufnahmen waren mit einer Band namens Blue Zone, in der eine sehr junge Lisa Stansfield war. Über die Jahre habe ich auf vielen Platten mit ihr gespielt, einschließlich einer CD mit dem Titel Red Hot And Blue, und dem Soundtrack zum Film Swing.

Bevor ich in John und Woollys Band spielte (danke an Craig, daß er mich vorschlug!), arbeitete ich in der Hausband in einem Club in Manchester und machte Sessionarbeit in Lisas Studio in Rochdale. Die Studioarbeit ist sehr variiert und umfaßt die Bands 7 Nations (American Pop/Rock), Kindred ( Irish Rock!) und auch eine neue CD von den Animals.

Letztes Jahr spielte ich bei Gods of Rock 2003 mit dem Gitarristen Vinny Burns (ex Asia, Ten), mit Craig am Baß! Ich habe auch mit OK Cola aufgenommen, einer Band mit Mitgliedern der Happy Mondays.

Zwischen all' dem gibt es die 'lokalen' Bands wie Tony Auton und das berüchtigte Lemonade-Trio .... und viele andere!!!"

Kev trat Barclay James Harvest Through the Eyes Of John Lees 1999 bei und spielte Drums auf dem Nexus Album und Tourneen durch Deutschland, die Schweiz, Österreich, Griechenland und England, dazu auf dem Livealbum Revival - Live 1999. Er wurde dann Teil von Woollys Mæstoso-Band für das 2004er Studioalbum One Drop In A Dry World.

Zwischen seinen Gigs mit John und Woolly arbeitete Kev auch für die Band Proud Mary aus Manchester, die auf Noel Gallaghers Plattenlabel war und zu der auch Andy Rourke von den Smiths gehörte, und zusammen mit JLBJH-Bassist Craig Fletcher bei Schwing.



Jez Smith

Jez Smith Ich wurde am 18. September 1957 in Hyde, Cheshire, geboren und ging zur Audenshaw Grammar School in Greater Manchester, die inzwischen eine Art musikalische Tradition hat, da dort mitunter Des Tong (Sad Café), Clive Gregson (Any Trouble, Nancy Griffith's Blue Moon Orchestra) und Mick Hucknall zur Schule gingen, um nur drei zu nennen.

Mein erster professioneller Gig war mit Art Nouveau, den Siegern einer TV Talentshow New Faces, bevor ich 1977 der Sixties-Chartband Wayne Fontana and the Mindbenders beitrat. Die Zeit bei den Mindbenders machte nicht nur viel Spaß, sondern es verbesserte mich sehr als Bandmusiker, wobei ich bemerkte, dass es nicht um individuelle Virtuosität ging und dass man zuerst mit der Band verschmelzen musste.

Während der 80er arbeitete ich eine Weile in Kabarettkreisen mit Bands wie Tapestry, bevor ich mich wieder mit zwei Leuten von den Mindbenders in einer Band namens Baktrak zusammentat.

In den frühen 90ern traf ich zum ersten Mal auf einen gewissen Craig Fletcher in einer Band namens Tin Tin, der später Kev Whitehead beitrat. Wir spielten Material mit Jazz-Einflüssen einschließlich Tracks von Leuten wie David Sanborn, Larry Carlton, Lee Ritenour etc.

Seitdem habe ich in mehreren Bands und Projekten mit Craig und Kevin gespielt, wenn JLBJH Pause hatte. In den letzten beiden Jahren waren wir Drei, zusammen mit den anderen beiden Mitgliedern von Tin Tin, auch dabei eine alljährliche Charityshow in Manchester zusammenzustellen, die auf The X Factor basiert. Wir haben über die zwei Events mitgeholfen, etwas über £70,000 für Mencap zusammenzubringen. Ich spiele auch in einer Band namens The Semolina Pilchards, die Beatles-Musik spielt. Es ist definitiv keine Tributeband, aber wir versuchen, den originalen Arrangements treu zu bleiben und spielen viel Material von den späteren Alben, was live recht schwierig sein kann, vor allem manche der Sergeant Pepper-Tracks wie "Mr Kite" und "A Day In The Life.

Die Chance zu haben, mit JLBJH zu arbeiten, ist etwas, worauf ich mich richtig freue. Ich war in den Siebzigern ein großer Prog Rock Fan und kam 1974 zum ersten Mal mit BJH in Berührung, als ich Everyone Is Everybody Else auf Radio Luxembourg hörte. Ich ging prompt los und kaufte es, gefolgt von Platten wie Once Again, Time Honoured Ghosts etc. Es hat mir großen Spaß gemacht, mich mit den Edelsteinen in BJHs Katalog wieder vertraut zu machen, um mich auf die kommenden Gigs vorzubereiten ...



Woolly Wolstenholme, R.I.P.

1974 1982 1999

Stuart John Wolstenholme wurde am 15. April 1947 in Chadderton, Oldham geboren und ging in der North Chadderton Secondary Modern zur Schule. Sein erstes Instrument war ein Tenor-Banjo, das er mit zwölf zu spielen begann, und er spielte auch ein Tenorhorn in der Delpher Band. Er traf John in der Oldham School Of Art, und Woolly spielte Tambourin und sang in The Sorcerers, dann in The Keepers, wo Woolly jedes Instrument spielte, das gerade gebraucht wurde, z.B. Mundharmonika und zwölfsaitige Gitarre. Später brachte er sich selbst bei, Keyboards zu spielen: erst das Mellotron, dann ging er zu Orgel, Klavier und Synthesizern über. Seine musikalischen Einflüsse reichen von Love und Vanilla Fudge über Mahler bis zu UK.

Woolly war 1967 ein Gründungsmitglied von Barclay James Harvest und blieb bis 1979 in der Band, dann fühlte er sich frustriert und war unglücklich über die Richtung, in die ihre Musik sich bewegte. Er nahm 1980 sein Soloalbum Mæstoso auf und tourte als Vorgruppe von Judie Tzuke und Saga, außerdem schrieb er Film- und TV-Musik. Ein geplantes zweites Album landete in der Schublade, und Woolly verlor das Interesse am Musikgeschäft. Er wurde zum Bauern, erst in Lancashire und dann in Südwales.

Woolly tauchte 1998 wieder aus der Versenkung auf und hat mit John auf dem Album Nexus - Barclay James Harvest Through The Eyes Of John Lees und dem Liveset Revival zusammengearbeitet, bevor er im Mai 2004 ein lang überfälliges zweites Album nach Mæstoso mit dem Titel One Drop In A Dry World herausbrachte und wieder mit der Maestoso-Band live in GB auftrat. Einer Live Mæstoso-CD namens Fiddling Meanly folgten bald ein neues Studioalbum mit dem Titel Grim in 2005, die neue Zusammenarbeit mit John Lees' Barclay James Harvest in 2006 und ein brandneues Mæstoso Album namens Caterwauling in 2007.

Woolly trat auch 2009 bei zahlreichen Konzerten mit JLBJH auf, einschließlich Shows in den U.S.A., Portugal, Deutschland, der Schweiz, Holland und Belgien, dazu noch eine GB-Tour, und die Aktivität ging 2010 weiter mit einem Auftritt bei einem Sommerfestival in Portugal beim Douro Rock and Blues Festival. Es sollte Woollys letzter Liveauftritt werden.

Seit vielen Jahren hatte Woolly mit einer schweren, lähmenden Art von Depressionen zu kämpfen gehabt, wodurch er in 2003 eine Weile ins Krankenhaus musste. Ein Wiederaufflammen der Krankheit bedeutete für ihn, dass er nicht an einer Reihe von Konzerten mit John Lees' Barclay James Harvest im November und Dezember 2010 teilnehmen konnte, und am 13. Dezember wurde er bei sich zu \hause tot aufgefunden, nachdem er seinen letzten Kampf verloren hatte. Die Welt hatte einen außerordentlich talentierten Komponisten und Musiker verloren.








Frühere Gastmusiker in JLBJH:

Jeff Leach
Mike Bramwell

© Keith & Monika Domone, 2009


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